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Chronik

Chronik des Mofarennens

Die Geschichte des Mofarennens lässt sich auf das Jahr 1985 zurückführen.

Damals hatten viele junge Motorradfahrer aus der Region Bröckel - Eicklingen - Bokelskamp große Pläne, jedoch einen schmalen Geldbeutel. Motorradrennen in Hockenheim, Spa, Asssen usw. wurden besucht und für erstrebenswert befunden. Einige sahen sich in Gedanken in voller Schräglage selbst auf der Rennstrecke allen anderen davonfahren. Eine wirkliche Teilnahme an diesen Veranstaltungen blieb jedoch aus Kostengründen unerreichbar.

Um dieser Traumwelt ein wenig zu entrücken, wurde 1985 in Bokelskamp das erste Rundstreckenrennen ins Leben gerufen.

Nicht mit den von den Rennstrecken der Welt bekannten Motorrädern, ausgestattet mit feinsten Komponenten, sondern mit dem Möglichen. Überall standen die vor Jahren abgestellten "Mofas" in den Garagen und so wurde eher aus der Not heraus eine neue „Rennserie“ entwickelt.

Nachdem mangels geeigneter Asphaltstrecken kurzerhand ein Rundkurs mit vielen Kurven, einem Sprunghügel und dem unvorhersehbaren Einfluss der Witterung auf einem Acker abgesteckt wurde, machten sich die zukunftigen Mofarennfahrer an das Vorbereiten der Fahrzeuge.

Foldende Rahmenbedigungen waren gesetzt:

  • keine Hubraumerweiterung – 50ccm sollten es bleiben
  • der Motor sollte aus einem Mofa stammen und keine Fußschaltung aufweisen
  • max. 3 Fahrer pro Team
  • Renndauer: 5 Stunden

Alles Weitere war den Teams überlassen. So wurden zunächst die Motoren nach besten Wissen und Gewissen getunt, die Fahrwerke an die zu erwartende Belastung angepasst und eventuell noch grobstollige Reifen montiert. Kaum jemand verfügte über ein anderes Fahrwerk oder gar technischen Hightech. Dafür wurden jedoch alle verfügbaren Ersatzteile, Werkzeuge und eine große Portion Pioniergeist mit an die "Rennstrecke" geschafft.

Neben diversen Rückschlägen einzelner Teams stellte sich doch bald heraus, dass so einem Renngefährt durchaus mehr als „nur“ fünf Stunden Renndauer zugemutet werden konnte.

Die Renndauer wurde angehoben, die Motoren einer weiteren Tuningstufe unterzogen und auch schon das ein oder andere Fahrwerk von zu dieser Zeit noch gängigen 80gern verwendet.

Während in den ersten Jahren noch zwei Rennen im Jahr ausgetragen wurden, beschränkt sich dies mittlerweile auf "das eine Rennen" im Jahr. Die Veranstalter wechseln sich in der Region ab, und die Renndauer betrug 1990 in Katensen sogar 24 Stunden. Nach Katensen beschränkt sie sich je nach Veranstalter auf 8 bis 10 Stunden – die 24 Stunden stecken vielen Teilnehmern noch heute in den Knochen. Es geht schließlich nicht darum, in irgendwelchen Kostümen auf dem Acker rumzuknetern!

In den letzten Jahren wächst der Aufwand entsprechend dem stetig steigenden sportlichen Ehrgeiz der Teams. Heute starten die Teilnehmer größtenteils mit geländegängigen Fahrwerken, in denen die Motoren in mühevoller Handarbeit eingebaut und angepasst werden. Die Vorbereitung beinhaltet die sorgfältige Vorbereitung kleinster Details. Die Leistungsdichte ist so hoch, dass ein kleiner technischer Defekt alle Siegchancen vereiteln kann.

Und trotz des vielen Ehrgeizes ist der Charakter der Veranstaltung geblieben.

Es geht immer noch haupsächlich darum, möglichst viel Spaß während der Veranstaltung zu haben und den Rest des Jahres davon zu zehren. Kaum eine Party kommt ohne eine Analyse von Technik und Fahrstil aus – wer kennt sie nicht, die Geschichten und Erzählungen der Rennfahrer bei den zufälligen Treffen in der Nähe einer Theke...Und ein Sieg bei dieser Veranstaltung hat zwar noch niemanden zum Werbemillionär oder ähnlichen gemacht, ist aber im 20sten Rennjahr immer noch genauso wertvoll wie früher...